Posts mit dem Label facebook werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label facebook werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 25. Januar 2013

Fotos bearbeiten mit dem Chromebook

Ob nun für die eigene Webseite oder weil man die aktuellen Schnappschüsse bei Facebook, Picasa oder Flickr zeigen möchte - gerade unterwegs, wo man ja am häufigsten zum Fotografieren neigt, sollte es doch schnell und einfach möglich sein, Fotos zu bearbeiten und in die Cloud zu stellen. Das geht auch wunderbar mit dem Chromebook - Internetverbindung vorausgetzt (was im Ausland durchaus zu Problemen führen kann dank der an mittelalterliche Zollstationen erinnernden UMTS-Roaming-Gebühren; allerdings wird WLAN schon von sehr vielen Hotels angeboten und oft funktioniert es auch gut genug). Falls die Kamera nicht als Standard-USB-Medienspeicher anschließen lässt (proprietäre Kameratreiber gibt es für Chrome OS natürlich nicht) gibt es noch die Möglichkeit des SD-Kartenslots des Chromebook oder eines USB-Kartenlesers im Fall eines exotischeren Kartenformates (hallo, Sony!!). Auch wenn die 16GB des Original-Chromebooks kein ausuferndes Foto-Archiv aufnehmen können - zum Bearbeiten und Hochladen von ein paar hundert Bildern reicht das locker; wir brauchen ohnehin nur dass JPG-Format. Es gibt zwar die Möglichkeit, die RAW-Dateien einer Kamera online mit go2convert in JPG-Dateien umzuwendeln - dies ist aber natürlich nicht mit der Qualität von RAW-Convertern in professioneller (desktopbasierter) Foto-Software zu vergleichen und auch nur sehr selten der kamera-eigenen JPG-Konvertierung überlegen, so dass dieser zusätzliche Schritt nur in Ausnahmefällen (hallo, Sigma!!) Sinn macht.

Die bekannten Fotodienste haben zumeist sehr einfache, aber effektive Bearbeitungswerkzeuge - das reicht für ein schnelles Zurechtschneiden und Helligkeit/Kontrast anpassen, wie hier in Picasa:

Für eine aufwändigere Bearbeitung empfiehlt sich aber ein Tool wie pixlr, das sogar mit 3 verschiedenen Bearbeitungsmodi (Advanced/Efficient/Playful) dienen kann, die entsprechend der Bearbeitungsart optimiert sind. Hier finden sich alle grundlegenden Funktionen und einer von diversen Bildbearbeitungsprogrammen bekannter Aufbau:

Die so bearbeiteten Fotos können dann wieder lokal auf dem Chromebook gespeichert und dann in den Fotodienst der Wahl (oder eine eigene Webseite) hochgeladen werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich natürlich, Sicherheitskopien der Kamera-Dateien auf einem USB-Stick o. ä. abzulegen - auch als praktischer "USB-Kopierer" erweist sich das Chromebook als sinnvolles Gerät im Alltag.


Mittwoch, 29. Februar 2012

Was ist so toll an Google+?

Und heisst es denn jetzt "Google Plus", "Google+" oder "Google-+" oder doch "Google-plus"? Also die offizielle "Marke" ist Google+, da das "+" aber in URLs nicht dargestellt werden kann, wird man auch das ausgeschriebene "plus" immer mal wieder finden.

Nach anfänglicher Euphorie mehrt sich immer mehr die Ernüchterung, was die Nutzung von Google+, des "Facebook-Killer", angeht. Nur weil Millionen Menschen täglich auf Google-Seiten surfen und arbeiten heisst nunmal nicht gleich, dass diese sich sofort auf jedes neue Angebot stürzen. Die Reaktanz der Mehrheit in einem Netz, wo es schon alles gibt, Neues auszuprobieren, trifft das Start-Up genau so wie den Internet-Konzern. Und selbst die, die alles mögliche aus beruflicher oder privater Neugier im Netz ausprobieren, werden im Falle von Google+ feststellen, dass die bereits aufgebauten sozialen Netzwerke einen daran hindern, die neuen Möglichkeiten vollends auszunutzen. Denn genau betrachtet ist Google+ ein starkes Angebot, dass das "Online-Leben" viel einfacher gestalten würde - wenn alle Google+ in vollem Umfang nutzen würden. Im Gegensatz zum Schnellschuß/Rohrkrepierer "Buzz" ist Google+ kein "me too"-Produkt, sondern will bisher verteilte Angebote unter einen Hut bringen und das ist wirklich ein vernünftiger Ansatz.

Was ist an Google+ besser?
1. Die Kreise. Leider kein besonders intuitives Konzept, es sei denn, man setzt sich damit intensiv auseinander. Man muss unterscheiden in "posten" und "verfolgen". Beim Posten ist es wie mit Twitter und Facebook - nur dass man entscheiden kann, welche "Gruppe" (=Kreis) den Inhalt bekommen soll. Das macht sehr viel Sinn, wenn man z. B. international vernetzt ist und z. B. amerikanischen Kollegen keine deutschen Posts zumuten will, aber genau so wenig die deutschen Kollegen immer auf englisch ansprechen. Oder wenn man Familie, Freund und Kollegen unterschiedlich informieren möchte. Und genau so sieht es beim "Verfolgen" aus, man organisiert die Quellen in Gruppen, um die Datenflut zu bändigen. Es empfiehlt sich, mindestens 3 "Streams" (=Kreise) zu erstellen: private Kontakte (wie in Facebook), Meinungsführer (wie in Twitter) und Angebote (wie im RSS-Reader) - dazu gesellen sich dann noch Interessengruppen und sogar newsletter-ähnliche Angebote. Es gibt sogar bereits Tools, mit denen man direkt seine Google+-Posts in einem Blog veröffentlichen kann. Mit der Kreise-Technik kann man dabei auch immer post-spezifisch entscheiden, ob das "blog-würdig" ist oder nicht.

Ersetzt: Facebook, Twitter, Tumblr, RSS-Reader

2. Die Hangouts. So einfach waren Video-Chats noch nie - und die Funktion, nicht nur 1:1-Konversationen, sondern Konferenz-Calls im Browser spontan zu starten - egal auf welchen Systemen die Teilnehmer unterwegs sind, ist bahnbrechend.

Ersetzt: proprietäre Video-Conferencing Tools

3. Gmail "+". Neben der klassischen E-Mail-Anwendung (plus Organizer!) kann man seine Kontakte per Text-Chat, Telefon- oder Video-Anruf kontaktieren...und zwar egal, ob der Gegenüber am Desktop, Netbook oder einem Android-basierten Gerät sitzt. Man kann einen Chat am Android-Phone beginnen, am Chromebook fortsetzen und am Spiele (=Windows)-PC beenden. Und sobald man Gmail öffnet, bekommt man mit, wer sich wie auf welchem Kanal versucht hat, zu melden (ich warte noch auf ein Google-Gerät, um die Briefpost automatisch abzuscannen und in Gmail abzulegen).

Ersetzt: Skype, ICQ, MSN etc.

4. Suche "+". Durch das "+1", mit dem der Benutzer seine Verbindung zu allem möglichen im Netz (Seiten, Bilder, Blogbeiträge, Videos etc.) kundtut, hat Google nun eine Datenbasis für persönliche Vorlieben, die weiter über die Such-Historie hinausgeht. Natürlich ist diese "Datensammelwut" der "Datenkrake" nicht jedem geheuer, aber im Gegensatz zu Facebook hat der Nutzer davon einen großen Vorteil: bessere Suchergebnisse (auch wenn diese Optimierungen noch im Anfangsstadium sind). So werden zum Beispiel in der Produktsuche wohl bald die Anbieter am Anfang stehen, denen der Google+-Nutzer "+1" gegeben hat. Wer AMD "+1" gegeben hat, wird bei der Suche nach "Grafikkarte" erstmal AMD-bezogene Ergebnisse bekommen. Das alles zu verknüpfen und richtig zu gewichten wird natürlich dauern und auch ungewollte Ergebnisse produzieren (man denke an die berühmt-berüchtigten Produktempfehlungen von Amazon). Und auch hier kann man kritisieren, dass eine Suche, die sich nur nach persönlichen Vorlieben orientiert, vielleicht zu "gefällige" Ergebnisse bringt, aber es liegt nun mal an jedem selbst, in seinem Suchverhalten aktiv über den Tellerrand hinauszuschauen - Google will keine Horizonte öffnen, sondern den Benutzer möglichst schnell zu einem für ihn sinnvollen Ergebnis bringen.

Ersetzt: klassische Websuche, Preisvergleichssuchmaschinen

Und dazu sind diese Killer-Anwendungen noch nahtlos miteinander verbunden (und auch mit den anderen Google-Diensten) und komplett browserbasiert (da lacht das Herz des Chromebook-Users!) - was will man mehr? Ganz klar, die Verbindung zu den bisherigen Platzhirschen Facebook und Twitter - so lange man dort sich besser informiert fühlt, ist Google+ nur ein Klotz am Bein und dem durchschnittlichen User auch beim besten Willen nicht schönzureden. Da sieht man denselben Effekt wie beim "Office": so lange fast alle Firmen klaglos MS-Office bei allen ihren Mitarbeitern installieren, werden nur wenige Libre/Open Office oder sogar Google Text&Tabellen ausprobieren. Nur gut, dass Google dank seiner sprudelnden Werbe-Einnahmen einen langen Atem beweisen kann...denn schlussendlich ist der Google-Weg der richtige (wenn es natürlich auch immer Alternativen geben sollte), nur bis sich die Vorteile soweit rumgesprochen haben wie beim Chrome-Browser (der auch erst Jahre in Deutschland vor sich hin dümpelte), dürfte es noch eine ganze Weile dauern....

Nachtrag: Google hat die Problematik anscheinend selbst auch schon erkannt und einen erklärenden TV-Spot zu Google+ produziert (leider noch nicht öffentlich), der zumindest meine Punkte 1 + 2 anspricht. +1! ;-)