Ob nun für die eigene Webseite oder weil man die aktuellen Schnappschüsse bei Facebook, Picasa oder Flickr zeigen möchte - gerade unterwegs, wo man ja am häufigsten zum Fotografieren neigt, sollte es doch schnell und einfach möglich sein, Fotos zu bearbeiten und in die Cloud zu stellen. Das geht auch wunderbar mit dem Chromebook - Internetverbindung vorausgetzt (was im Ausland durchaus zu Problemen führen kann dank der an mittelalterliche Zollstationen erinnernden UMTS-Roaming-Gebühren; allerdings wird WLAN schon von sehr vielen Hotels angeboten und oft funktioniert es auch gut genug). Falls die Kamera nicht als Standard-USB-Medienspeicher anschließen lässt (proprietäre Kameratreiber gibt es für Chrome OS natürlich nicht) gibt es noch die Möglichkeit des SD-Kartenslots des Chromebook oder eines USB-Kartenlesers im Fall eines exotischeren Kartenformates (hallo, Sony!!). Auch wenn die 16GB des Original-Chromebooks kein ausuferndes Foto-Archiv aufnehmen können - zum Bearbeiten und Hochladen von ein paar hundert Bildern reicht das locker; wir brauchen ohnehin nur dass JPG-Format. Es gibt zwar die Möglichkeit, die RAW-Dateien einer Kamera online mit go2convert in JPG-Dateien umzuwendeln - dies ist aber natürlich nicht mit der Qualität von RAW-Convertern in professioneller (desktopbasierter) Foto-Software zu vergleichen und auch nur sehr selten der kamera-eigenen JPG-Konvertierung überlegen, so dass dieser zusätzliche Schritt nur in Ausnahmefällen (hallo, Sigma!!) Sinn macht.
Die bekannten Fotodienste haben zumeist sehr einfache, aber effektive Bearbeitungswerkzeuge - das reicht für ein schnelles Zurechtschneiden und Helligkeit/Kontrast anpassen, wie hier in Picasa:
Für eine aufwändigere Bearbeitung empfiehlt sich aber ein Tool wie pixlr, das sogar mit 3 verschiedenen Bearbeitungsmodi (Advanced/Efficient/Playful) dienen kann, die entsprechend der Bearbeitungsart optimiert sind. Hier finden sich alle grundlegenden Funktionen und einer von diversen Bildbearbeitungsprogrammen bekannter Aufbau:
Die so bearbeiteten Fotos können dann wieder lokal auf dem Chromebook gespeichert und dann in den Fotodienst der Wahl (oder eine eigene Webseite) hochgeladen werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich natürlich, Sicherheitskopien der Kamera-Dateien auf einem USB-Stick o. ä. abzulegen - auch als praktischer "USB-Kopierer" erweist sich das Chromebook als sinnvolles Gerät im Alltag.
Wie gut ist die "Cloud" wirklich? Kann man schon jetzt vollständig "aus dem Netz" leben ohne großartige Programminstallationen und Datenarchive? Das teste ich mit dem Chromebook, was viele PC-Gewohnheiten über Bord wirft.
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Freitag, 25. Januar 2013
Webseiten bearbeiten mit dem Chromebook
Menschen mit Chromebook sind als überaus "netzaffin" zu bezeichnen - schliesslich besitzen sie ein Gerät, was ohne Internetverbindung ähnlich produktiv ist wie ein Palmpilot aus dem Jahr 2000. Daher kann man auch davon ausgehen, dass viel davon eigene Webseiten betreiben und diese auch "von unterwegs" bearbeiten möchten. Es gibt aber keine brauchbaren FTP-Clients für Chrome OS und HTML-Editoren, die mit lokalen Daten arbeiten können erst recht nicht. Also muss die Bearbeitung direkt auf dem Server erfolgen. Bei vielen Webservern schon inklusive, aber auch relativ unhandlich ist "Confixx", ein File-Manager mit eingebauter Editor-Funktion. Falls der Server aber nicht damit ausgestattet ist oder man z. B. ein identische Oberfläche für viele Webserver verwenden möchte, macht eine server-unabhängige Lösung mehr Sinn. Es gibt da verschiedene (kostenlose) Tools im Angebot, die sich in Funktionsumfang und Aufbau nur wenig unterscheiden. Am ausgereiftesten sind dabei net2ftp und txftp, die "unter der Haube" identisch sind und sich nur durch ein unterschiedliches Oberflächendesign unterscheiden.
Zuerst folgt der Login auf den Webserver per FTP:
und dann gelangt man in einen Verzeichnisbaum, durch den man zu den zu ändernden Dateien navigieren kann. Neben der Editor-Funktion sind natürlich auch noch die grundlegenden Datei- und Verzeichnisoperationen möglich sowie die Bearbeitung von Zugriffsrechten:
Damit lässt sich zwar nicht komfortabel ein komplettes Web-Projekt auf die Beine stellen, aber Bearbeiten und Austauschen bzw. Hinzufügen von Dateien gehen schnell von der Hand und so kann man problemlos auch von unterwegs Fehler korrigieren oder neue Code-Schnipsel schnell mal testen.
Noch deutlich umfangreicher ist ShiftEdit - mit klassischer Editor-Aufteilung (links Verzeichnisbaum und rechts der Dateiinhalt) und der farblich entsprechenden Hervorhebung der Syntax. Hier hat man es schon mit einem ausgewachsenen Editor zu tun, der sich auch hinter Desktop-Konkurrenten nicht zu verstecken braucht:
Allerdings sind hier die Ladezeiten bei einer suboptimalen Internetverbindung schon relativ lang und die kostenlose Version erlaubt nur eine gespeicherte FTP-Verbindung. Allerdings gibt es auch eine Menge an Keyboard-Shortcuts, so dass sich die 50$/Jahr kostende Premium-Version für diejenigen, die nicht nur mal ein paar Zeilen Code anpassen wollen, sondern wirklich Webseiten online erstellen wollen, durchaus lohnen - es gibt auf diesem Niveau auch keine Alternative.
Zuerst folgt der Login auf den Webserver per FTP:
und dann gelangt man in einen Verzeichnisbaum, durch den man zu den zu ändernden Dateien navigieren kann. Neben der Editor-Funktion sind natürlich auch noch die grundlegenden Datei- und Verzeichnisoperationen möglich sowie die Bearbeitung von Zugriffsrechten:
Damit lässt sich zwar nicht komfortabel ein komplettes Web-Projekt auf die Beine stellen, aber Bearbeiten und Austauschen bzw. Hinzufügen von Dateien gehen schnell von der Hand und so kann man problemlos auch von unterwegs Fehler korrigieren oder neue Code-Schnipsel schnell mal testen.
Noch deutlich umfangreicher ist ShiftEdit - mit klassischer Editor-Aufteilung (links Verzeichnisbaum und rechts der Dateiinhalt) und der farblich entsprechenden Hervorhebung der Syntax. Hier hat man es schon mit einem ausgewachsenen Editor zu tun, der sich auch hinter Desktop-Konkurrenten nicht zu verstecken braucht:
Allerdings sind hier die Ladezeiten bei einer suboptimalen Internetverbindung schon relativ lang und die kostenlose Version erlaubt nur eine gespeicherte FTP-Verbindung. Allerdings gibt es auch eine Menge an Keyboard-Shortcuts, so dass sich die 50$/Jahr kostende Premium-Version für diejenigen, die nicht nur mal ein paar Zeilen Code anpassen wollen, sondern wirklich Webseiten online erstellen wollen, durchaus lohnen - es gibt auf diesem Niveau auch keine Alternative.
Dienstag, 20. November 2012
Technik, die begeistert?
Ein Samsung Chromebook war für einen Tag das meistbestellte Technik-Produkt bei Amazon.com. Nach eineinhalb Jahren Chromebook-Geschichte hätte wohl niemand mehr damit gerechnet. Hat sich doch inzwischen gezeigt, dass Chrome OS zwar die Innovationskraft eines Apple-Produktes besitzt, aber noch lange nicht dessen Massentauglichkeit. Man hat weit nach vorne gedacht und dabei vergessen, dass nur wenige bereits so "online leben", dass lokale Daten und Dienste nicht mehr nötig sind. Aber es gab noch ein anderes Problem: das Preis-Leistungsverhältnis der ersten Samsung Chromebooks war bescheiden, zumindest auf dem Papier. So bekam man zum selben Preis mindestens ebenso schnelle Rechner mit Windows 7 - und wieso soll man nun ein Chromebook kaufen, wo man darauf dann vieles nicht oder nur sehr umständlich machen kann? Auch ich habe erst zugeschlagen, als das Chromebook bereits 30% unter den "Ausgabepreis" gefallen war und hätte es mir ohne einen ausgeprägten Technik-Spieltrieb wohl gar nicht erst gekauft. Erst beim Auspacken stellte man fest, dass Verarbeitung, Tastatur und Display (leider nicht das Touchpad) doch deutlich höherwertig waren als bei den Konkurrenzprodukten und es auch nach einem Jahr intensiven Gebrauch noch nicht knackt und knarzt. Auch der Akku ist über jeden Zweifel erhaben. Da hat Google zwar ein schönes Stück Technik mit-designt, aber nicht mit dem Gigahertz- und Gigabyte-vergleichendem Kunden gerechnet. Doch nun kommt der zweite Anlauf: nach dem großen Erfolg mit dem Nexus 7 gibt es nun auch eine Neuauflage des Chromebook nach der neuen Google-Devise "gute Technik zum Selbstkostenpreis". Für nur 249 USD erhält der amerikanische Kunde ein Netbook mit 11 Zoll-Display, USB 3.0, HDMI-Anschluss und einem schnelleren Prozessor als dem doch auf Dauer nicht optimalen Atom der "Serie 5". Für 80 USD mehr gibt es dann auch noch 3G support - was für ein Chromebook, das man auch außerhalb der eigenen 4 Wände benutzen will, essentiell ist. Doch das muss man gar nicht: in dieser Form ist das neue Chromebook mehr denn je eine Konkurrenz zum Tablet (auch ich habe damals beim Chromebook-Kauf gegen ein Android-Tablet entschieden). Denn eine gute Tastatur und die Möglichkeit, eine Maus anzuschliessen, machen das Chromebook viel produktiver als es ein Tablet je sein wird. Natürlich kann der "App Store" von Chrome nicht mal im Ansatz mit dem von Apple und Android mithalten, Spielernaturen bleiben zweifellos beim Tablet. Aber allein schon die Nische des "vielschreibenden Dauersurfers" ist gar nicht mal so klein und mit dem richtigen Preis wird Chrome OS zum ersten Mal außerhalb der "Geek"-Szene richtig wahrgenommen. Was natürlich auch uns Early Adopter freut, die hoffentlich von zukünftigen Updates auch profitieren werden (ich mein Dich, Android!!) - aufgrund der großen technischen Ähnlichkeit der bisher erschienen Geräte und der strengen Produktpolitik von Google bei Chrome ist allerdings zumindest für die nächsten 1-2 Jahre noch davon auszugehen. Die Sache hat allerdings wie üblich einen Haken: für Deutschland ist der neue Bestseller noch gar nicht angekündigt und nach dem Nexus-4/10-Desaster muss man davon ausgehen, dass Google hier in Zukunft sehr vorsichtig bei der Einführung neuer Geräte vorgehen wird...
Donnerstag, 25. Oktober 2012
Chromebook re-loaded?
Es war ein wenig still geworden um das Google Chromebook. Dass es keine "Killer-Applikation" wird war schnell klar, die Einschränkung auf "nur online" und "alles in der Cloud" sind nunmal noch nicht mainstream-tauglich (aber vielleicht in 2016?). Trotzdem benutze ich es auch noch immer fast täglich, wenn natürlich nicht exklusiv. Denn es hat immer noch einen Vorteil, den ich in 20 Jahren Computerei nicht gekannt habe - es braucht absolut keine "Wartung". Keine Installationen, keine langwierigen Updates, keine Hardware-Tuning. Chrome OS aktualisiert sich unmerklich selbst und läuft immer noch genau so schnell und stabil wie am ersten Tag. Und wird das wohl auch noch die nächsten Jahre so tun - es wird wohl mein Computer, den ich am längsten in Benutzung haben werde.
Das "Aura"-Update hat vieles verändert und einiges verbessert. Man hat jetzt eine Art "Desktop" statt dem einfachen Chrome-Browser-Fenster und das Agieren mit mehreren Fenstern ist jetzt intuitiver. Wobei auch die gnadenlose Schlichtheit des" Hier ist Dein Chrome, jetzt leg los!"-Ansatz auch seinen Reiz hatte. Ich muss zugeben, dass mein erster Klick nach dem Start eigentlich immer gleich auf's Chrome-Symbol geht und ich dann nur noch seltenst in die Desktop-Ansicht zurückgehe - aber wenigstens gibt es jetzt 2 Möglichkeiten, mit dem Chromebook zu arbeiten. Und ganz nebenbei: Chrome OS hat die schönsten mitgelieferten Desktop-Hintergründe ;-).
Ein Notebook für alle Einsatzzwecke ist das Chromebook aber auf keinen Fall, hier nur ein kleiner Überblick über Dinge, die man nicht mit dem Chromebook machen kann oder unanständig umständlich sind:
- Videobearbeitung (außerhalb von Youtube)
- Bildbearbeitung (alles außer JPG)
- Audiobearbeitung
- Drucken (ohne Cloud-Print kompatiblen Drucker)
- Präsentationen/Grafiken erstellen
...und natürlich alles, was eh nur von Spezialprogrammen abgedeckt wird, bei mir zum Beispiel vernünftiges topographisches Kartenmaterial und die Simulation von Gitarrenverstärkern.
Und dazu kommt, dass alles, was mit Multimedia zu tun hat eine besonders hohe Übertragungsrate erfordert - auch im Upload. Da werden die mickrigen Upload-Raten bei DSL zum Nadelöhr und ist die UMTS-Quote schneller aufgebraucht als man denkt. Aber hier kann man hoffen, dass das in Zukunft noch besser wird - auch wenn der LTE-Zug natürlich nicht mehr erreicht werden kann. Im Moment macht das Chromebook zweifelsohne am meisten Spass in einem Firmennetzwerk mit schnellem WLAN.
Doch Google ist nach wie vor von Chrome OS überzeigt und bringt in den USA (Deutschland mal wieder ungewiss) ein neues Chromebook mit Samsung heraus. Diesmal zum deutlich konkurrenzfähigeren Preis von 249$ (das alte kostete ursprünglich 449$, Google verfolgt seit dem Nexus 7 eine aggressivere Preispolitik), der auch der etwas günstigeren Hardware (ARM-CPU statt von Intel) geschuldet ist. Das neue Chromebook ist aber keinesfalls leistungsschwächer als die bisherigen Varianten und hat sogar innovative Features wie USB 3.0 an Bord.
Das wird sicher nochmal die Nutzer-Basis von Chrome OS verbreitern und viele, denen das Experiment "in der Cloud" noch zu teuer waren, werden in den USA wohl zuschlagen. Heisst für die bisherigen Chromebook-Besitzer, dass das System wie versprochen weiterentwickelt wird und man nicht bereits ein Jahr nach dem Kauf symbian-mäßig im Regen steht.
Aber wie soll die Zukunft von Chrome OS dann aussehen?
1. Der Fokus bleibt weiter auf der "Cloud", dafür sind bereits 95% der notwendigen Features enthalten. Das heißt aber auch, dass keine innovativen Neuerungen mehr zu erwarten sind und Chrome OS weiterhin ein Nischenprodukt für "Online-Arbeiter" bleiben wird - immer mit der Gefahr versehen, dass Interessenten sich dann schlussendlich doch für ein Tablet (noch handlicher) oder ein klassisches Netbook (Installation von Programmen) entscheiden wird
2. Chrome OS wird in den Mainstream entwickelt. Dazu braucht es offline lauffähige Programme, z. B. die Apps des Android-Store oder, noch weiter gedacht, eine neue Evolution des Chrome-Store, in der Linux-Programme in "Chrome-Version" geladen werden könnn - also eine Art Chrubuntu. Der USB 3.0 Anschluss könnte so etwas schon vermuten lassen, da hier dann das Nadelöhr die geringe Kapazität des internen SSD-Speichers werden würde - zur gescheiten Bildbearbeitung müsste man dann eine schnelle Festplatte per USB anschliessen. So ein aufgeblähtes Chrome würde allerdings viele Vorteile des Ur-Chrome - schnelle Startzeit, Performance, Usability - aufgeben, und müsste sich dann direkt mit Windows-8 und Ubuntu messen lassen.
3. Man bietet 2 Welten an. Die eine bleibt das klassische Chrome OS "web-only", am besten sogar in der Ursprungsversion nur mit dem Chrome-Fenster. Zum "schnell mal schauen" im Web einfach ungeschlagen und für viele Zwecke ausreichend. Dann per Umschalter als virtuelle Maschine (oder als paralleles System) eine Chrome-Linux-Derivat für Offline und "richtige" Programme. Für den Nerd natürlich die optimale Variante, aber ob das für den Normal-User noch verständlich und intuitiv bleibt ist fraglich. Darüber hinaus könnte es dann als Linux+ empfunden werden und wahrscheinlich gegenüber "gereiften" Linux-Distributionen nicht jeden "Nerd-Bedarf" decken können.
Also quo vadis, Chrome OS? Auch in 3 Jahren noch das Nischensystem für die Webworker mit <1% Marktanteil? Ein "me too" OS für Google-affine Familien mit exorbitanten Entwicklungskosten (da wohl alle "Killer-Apps" von Google kommen müssten...)? Oder doch ein duales System für Nerds und Geeks, an dem diese dann doch wieder nach kurzer Zeit die Lust verlieren?
Vielleicht weiss es Google selbst nicht genau und erhofft sich vom neuen Chromebook weitere Erkenntnisse, wer Chrome OS warum braucht. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Google noch lange bereit sein wird, in ein System zu investieren, dass irgendwie zwischen allen Stühlen sitzt. Und auch wenn Chrome OS viele (tausende) zufriedene Nutzer hat kann dies für Google nicht zufriedenstellend sein - hier kann das Ziel nur sein, noch viele (Millionen) mehr zu begeistern.
Wird an Chrome OS noch in 2014 gearbeitet? Ja, ich denke schon. Auch noch in 2016? Halte ich derzeit für sehr fraglich - aber wer weiss, vielleicht kommt ja noch die ultimative Killer-App und alles wendet sich zum Guten...
Das "Aura"-Update hat vieles verändert und einiges verbessert. Man hat jetzt eine Art "Desktop" statt dem einfachen Chrome-Browser-Fenster und das Agieren mit mehreren Fenstern ist jetzt intuitiver. Wobei auch die gnadenlose Schlichtheit des" Hier ist Dein Chrome, jetzt leg los!"-Ansatz auch seinen Reiz hatte. Ich muss zugeben, dass mein erster Klick nach dem Start eigentlich immer gleich auf's Chrome-Symbol geht und ich dann nur noch seltenst in die Desktop-Ansicht zurückgehe - aber wenigstens gibt es jetzt 2 Möglichkeiten, mit dem Chromebook zu arbeiten. Und ganz nebenbei: Chrome OS hat die schönsten mitgelieferten Desktop-Hintergründe ;-).
Ein Notebook für alle Einsatzzwecke ist das Chromebook aber auf keinen Fall, hier nur ein kleiner Überblick über Dinge, die man nicht mit dem Chromebook machen kann oder unanständig umständlich sind:
- Videobearbeitung (außerhalb von Youtube)
- Bildbearbeitung (alles außer JPG)
- Audiobearbeitung
- Drucken (ohne Cloud-Print kompatiblen Drucker)
- Präsentationen/Grafiken erstellen
...und natürlich alles, was eh nur von Spezialprogrammen abgedeckt wird, bei mir zum Beispiel vernünftiges topographisches Kartenmaterial und die Simulation von Gitarrenverstärkern.
Und dazu kommt, dass alles, was mit Multimedia zu tun hat eine besonders hohe Übertragungsrate erfordert - auch im Upload. Da werden die mickrigen Upload-Raten bei DSL zum Nadelöhr und ist die UMTS-Quote schneller aufgebraucht als man denkt. Aber hier kann man hoffen, dass das in Zukunft noch besser wird - auch wenn der LTE-Zug natürlich nicht mehr erreicht werden kann. Im Moment macht das Chromebook zweifelsohne am meisten Spass in einem Firmennetzwerk mit schnellem WLAN.
Doch Google ist nach wie vor von Chrome OS überzeigt und bringt in den USA (Deutschland mal wieder ungewiss) ein neues Chromebook mit Samsung heraus. Diesmal zum deutlich konkurrenzfähigeren Preis von 249$ (das alte kostete ursprünglich 449$, Google verfolgt seit dem Nexus 7 eine aggressivere Preispolitik), der auch der etwas günstigeren Hardware (ARM-CPU statt von Intel) geschuldet ist. Das neue Chromebook ist aber keinesfalls leistungsschwächer als die bisherigen Varianten und hat sogar innovative Features wie USB 3.0 an Bord.
Das wird sicher nochmal die Nutzer-Basis von Chrome OS verbreitern und viele, denen das Experiment "in der Cloud" noch zu teuer waren, werden in den USA wohl zuschlagen. Heisst für die bisherigen Chromebook-Besitzer, dass das System wie versprochen weiterentwickelt wird und man nicht bereits ein Jahr nach dem Kauf symbian-mäßig im Regen steht.
Aber wie soll die Zukunft von Chrome OS dann aussehen?
1. Der Fokus bleibt weiter auf der "Cloud", dafür sind bereits 95% der notwendigen Features enthalten. Das heißt aber auch, dass keine innovativen Neuerungen mehr zu erwarten sind und Chrome OS weiterhin ein Nischenprodukt für "Online-Arbeiter" bleiben wird - immer mit der Gefahr versehen, dass Interessenten sich dann schlussendlich doch für ein Tablet (noch handlicher) oder ein klassisches Netbook (Installation von Programmen) entscheiden wird
2. Chrome OS wird in den Mainstream entwickelt. Dazu braucht es offline lauffähige Programme, z. B. die Apps des Android-Store oder, noch weiter gedacht, eine neue Evolution des Chrome-Store, in der Linux-Programme in "Chrome-Version" geladen werden könnn - also eine Art Chrubuntu. Der USB 3.0 Anschluss könnte so etwas schon vermuten lassen, da hier dann das Nadelöhr die geringe Kapazität des internen SSD-Speichers werden würde - zur gescheiten Bildbearbeitung müsste man dann eine schnelle Festplatte per USB anschliessen. So ein aufgeblähtes Chrome würde allerdings viele Vorteile des Ur-Chrome - schnelle Startzeit, Performance, Usability - aufgeben, und müsste sich dann direkt mit Windows-8 und Ubuntu messen lassen.
3. Man bietet 2 Welten an. Die eine bleibt das klassische Chrome OS "web-only", am besten sogar in der Ursprungsversion nur mit dem Chrome-Fenster. Zum "schnell mal schauen" im Web einfach ungeschlagen und für viele Zwecke ausreichend. Dann per Umschalter als virtuelle Maschine (oder als paralleles System) eine Chrome-Linux-Derivat für Offline und "richtige" Programme. Für den Nerd natürlich die optimale Variante, aber ob das für den Normal-User noch verständlich und intuitiv bleibt ist fraglich. Darüber hinaus könnte es dann als Linux+ empfunden werden und wahrscheinlich gegenüber "gereiften" Linux-Distributionen nicht jeden "Nerd-Bedarf" decken können.
Also quo vadis, Chrome OS? Auch in 3 Jahren noch das Nischensystem für die Webworker mit <1% Marktanteil? Ein "me too" OS für Google-affine Familien mit exorbitanten Entwicklungskosten (da wohl alle "Killer-Apps" von Google kommen müssten...)? Oder doch ein duales System für Nerds und Geeks, an dem diese dann doch wieder nach kurzer Zeit die Lust verlieren?
Vielleicht weiss es Google selbst nicht genau und erhofft sich vom neuen Chromebook weitere Erkenntnisse, wer Chrome OS warum braucht. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Google noch lange bereit sein wird, in ein System zu investieren, dass irgendwie zwischen allen Stühlen sitzt. Und auch wenn Chrome OS viele (tausende) zufriedene Nutzer hat kann dies für Google nicht zufriedenstellend sein - hier kann das Ziel nur sein, noch viele (Millionen) mehr zu begeistern.
Wird an Chrome OS noch in 2014 gearbeitet? Ja, ich denke schon. Auch noch in 2016? Halte ich derzeit für sehr fraglich - aber wer weiss, vielleicht kommt ja noch die ultimative Killer-App und alles wendet sich zum Guten...
Freitag, 11. Mai 2012
Mehr Drive mit dem Drive?
Nach Google Plus jetzt also Google Drive. Wiederum eigentlich mehr Evolution als Revolution, ein paar neue Features, ein neues Erscheinungsbild und eine produktspezifische Marketing-Kampagne. Doch was schon in Google Docs "so halb" integriert war, ist nun erwachsen - Google als Datenspeicher. Das funktioniert nicht viel anders als bei anderen Anbietern auch, das UI im Web und auch die Sync-Tools (für Windows und Mac) sind best practice. Dazu kommt das bereits in Docs integrierte gute Freigabe-Tool. Die Killer-App, die das Google Drive von allen anderen Diensten unterscheidet, ist aber die Möglichkeit, die meisten Dateien im Web zu betrachten oder sogar zu bearbeiten. Man muss also nicht erstmal alles herunter- und wieder hochladen, sondern gerade als Viewer von Texten, Tabellen und Präsentationen hebt sich das Google Drive deutlich hervor. Das bedeutet dann z. B. auch, dass man Dokumente anderen zeigen kann - ohne dass sie sie verändern oder herunterladen können - groß!
Allerdings sehen sich Linux- und vor allem ChromeOS-User als Kunden zweiter Klasse - fehlt diesen doch bisher ein praktisches Sync-Tool, um on- und offline-Daten zu synchronisieren. Vor allem beim ChromeOS mit seinen bisher eher beschränkten Möglichkeiten, ein lokales Backup von Online-Dateien zu machen, würde das zu einer deutlichen Arbeitserleichterung (man ist ja nun doch nicht immer online) führen. Google beruhigt: soll kommen. Was beunruhigt: Google denkt das alles in die andere Richtung: "wenn man alles online ablegen kann, wieso dann überhaupt noch ein lokaler Speicher?" Also alles was man z. B. vom USB-Stick auf das Chromebook kopiert, landet sofort in der Cloud. Sicherlich zeitgemäß, aber auch immer praktisch umsetzbar und gewollt? Vielleicht sollte man einfach den Kunden entscheiden lassen: er definiert die Verzeichnisse, die synchronisiert werden sollen (wie es das Sync-Tool ja heute schon macht) und die, mit denen nur lokal gearbeitet werden soll (was ja auch die Arbeitsgeschwindigkeit deutlich erhöht). Je nach Vorlieben ist man dann also komplett in der Cloud, nur so halb, oder nur ein bisschen - aber vor allem produktiv.
Allerdings sehen sich Linux- und vor allem ChromeOS-User als Kunden zweiter Klasse - fehlt diesen doch bisher ein praktisches Sync-Tool, um on- und offline-Daten zu synchronisieren. Vor allem beim ChromeOS mit seinen bisher eher beschränkten Möglichkeiten, ein lokales Backup von Online-Dateien zu machen, würde das zu einer deutlichen Arbeitserleichterung (man ist ja nun doch nicht immer online) führen. Google beruhigt: soll kommen. Was beunruhigt: Google denkt das alles in die andere Richtung: "wenn man alles online ablegen kann, wieso dann überhaupt noch ein lokaler Speicher?" Also alles was man z. B. vom USB-Stick auf das Chromebook kopiert, landet sofort in der Cloud. Sicherlich zeitgemäß, aber auch immer praktisch umsetzbar und gewollt? Vielleicht sollte man einfach den Kunden entscheiden lassen: er definiert die Verzeichnisse, die synchronisiert werden sollen (wie es das Sync-Tool ja heute schon macht) und die, mit denen nur lokal gearbeitet werden soll (was ja auch die Arbeitsgeschwindigkeit deutlich erhöht). Je nach Vorlieben ist man dann also komplett in der Cloud, nur so halb, oder nur ein bisschen - aber vor allem produktiv.
Mittwoch, 29. Februar 2012
Was ist so toll an Google+?
Und heisst es denn jetzt "Google Plus", "Google+" oder "Google-+" oder doch "Google-plus"? Also die offizielle "Marke" ist Google+, da das "+" aber in URLs nicht dargestellt werden kann, wird man auch das ausgeschriebene "plus" immer mal wieder finden.
Nach anfänglicher Euphorie mehrt sich immer mehr die Ernüchterung, was die Nutzung von Google+, des "Facebook-Killer", angeht. Nur weil Millionen Menschen täglich auf Google-Seiten surfen und arbeiten heisst nunmal nicht gleich, dass diese sich sofort auf jedes neue Angebot stürzen. Die Reaktanz der Mehrheit in einem Netz, wo es schon alles gibt, Neues auszuprobieren, trifft das Start-Up genau so wie den Internet-Konzern. Und selbst die, die alles mögliche aus beruflicher oder privater Neugier im Netz ausprobieren, werden im Falle von Google+ feststellen, dass die bereits aufgebauten sozialen Netzwerke einen daran hindern, die neuen Möglichkeiten vollends auszunutzen. Denn genau betrachtet ist Google+ ein starkes Angebot, dass das "Online-Leben" viel einfacher gestalten würde - wenn alle Google+ in vollem Umfang nutzen würden. Im Gegensatz zum Schnellschuß/Rohrkrepierer "Buzz" ist Google+ kein "me too"-Produkt, sondern will bisher verteilte Angebote unter einen Hut bringen und das ist wirklich ein vernünftiger Ansatz.
Was ist an Google+ besser?
1. Die Kreise. Leider kein besonders intuitives Konzept, es sei denn, man setzt sich damit intensiv auseinander. Man muss unterscheiden in "posten" und "verfolgen". Beim Posten ist es wie mit Twitter und Facebook - nur dass man entscheiden kann, welche "Gruppe" (=Kreis) den Inhalt bekommen soll. Das macht sehr viel Sinn, wenn man z. B. international vernetzt ist und z. B. amerikanischen Kollegen keine deutschen Posts zumuten will, aber genau so wenig die deutschen Kollegen immer auf englisch ansprechen. Oder wenn man Familie, Freund und Kollegen unterschiedlich informieren möchte. Und genau so sieht es beim "Verfolgen" aus, man organisiert die Quellen in Gruppen, um die Datenflut zu bändigen. Es empfiehlt sich, mindestens 3 "Streams" (=Kreise) zu erstellen: private Kontakte (wie in Facebook), Meinungsführer (wie in Twitter) und Angebote (wie im RSS-Reader) - dazu gesellen sich dann noch Interessengruppen und sogar newsletter-ähnliche Angebote. Es gibt sogar bereits Tools, mit denen man direkt seine Google+-Posts in einem Blog veröffentlichen kann. Mit der Kreise-Technik kann man dabei auch immer post-spezifisch entscheiden, ob das "blog-würdig" ist oder nicht.
Ersetzt: Facebook, Twitter, Tumblr, RSS-Reader
2. Die Hangouts. So einfach waren Video-Chats noch nie - und die Funktion, nicht nur 1:1-Konversationen, sondern Konferenz-Calls im Browser spontan zu starten - egal auf welchen Systemen die Teilnehmer unterwegs sind, ist bahnbrechend.
Ersetzt: proprietäre Video-Conferencing Tools
3. Gmail "+". Neben der klassischen E-Mail-Anwendung (plus Organizer!) kann man seine Kontakte per Text-Chat, Telefon- oder Video-Anruf kontaktieren...und zwar egal, ob der Gegenüber am Desktop, Netbook oder einem Android-basierten Gerät sitzt. Man kann einen Chat am Android-Phone beginnen, am Chromebook fortsetzen und am Spiele (=Windows)-PC beenden. Und sobald man Gmail öffnet, bekommt man mit, wer sich wie auf welchem Kanal versucht hat, zu melden (ich warte noch auf ein Google-Gerät, um die Briefpost automatisch abzuscannen und in Gmail abzulegen).
Ersetzt: Skype, ICQ, MSN etc.
4. Suche "+". Durch das "+1", mit dem der Benutzer seine Verbindung zu allem möglichen im Netz (Seiten, Bilder, Blogbeiträge, Videos etc.) kundtut, hat Google nun eine Datenbasis für persönliche Vorlieben, die weiter über die Such-Historie hinausgeht. Natürlich ist diese "Datensammelwut" der "Datenkrake" nicht jedem geheuer, aber im Gegensatz zu Facebook hat der Nutzer davon einen großen Vorteil: bessere Suchergebnisse (auch wenn diese Optimierungen noch im Anfangsstadium sind). So werden zum Beispiel in der Produktsuche wohl bald die Anbieter am Anfang stehen, denen der Google+-Nutzer "+1" gegeben hat. Wer AMD "+1" gegeben hat, wird bei der Suche nach "Grafikkarte" erstmal AMD-bezogene Ergebnisse bekommen. Das alles zu verknüpfen und richtig zu gewichten wird natürlich dauern und auch ungewollte Ergebnisse produzieren (man denke an die berühmt-berüchtigten Produktempfehlungen von Amazon). Und auch hier kann man kritisieren, dass eine Suche, die sich nur nach persönlichen Vorlieben orientiert, vielleicht zu "gefällige" Ergebnisse bringt, aber es liegt nun mal an jedem selbst, in seinem Suchverhalten aktiv über den Tellerrand hinauszuschauen - Google will keine Horizonte öffnen, sondern den Benutzer möglichst schnell zu einem für ihn sinnvollen Ergebnis bringen.
Ersetzt: klassische Websuche, Preisvergleichssuchmaschinen
Und dazu sind diese Killer-Anwendungen noch nahtlos miteinander verbunden (und auch mit den anderen Google-Diensten) und komplett browserbasiert (da lacht das Herz des Chromebook-Users!) - was will man mehr? Ganz klar, die Verbindung zu den bisherigen Platzhirschen Facebook und Twitter - so lange man dort sich besser informiert fühlt, ist Google+ nur ein Klotz am Bein und dem durchschnittlichen User auch beim besten Willen nicht schönzureden. Da sieht man denselben Effekt wie beim "Office": so lange fast alle Firmen klaglos MS-Office bei allen ihren Mitarbeitern installieren, werden nur wenige Libre/Open Office oder sogar Google Text&Tabellen ausprobieren. Nur gut, dass Google dank seiner sprudelnden Werbe-Einnahmen einen langen Atem beweisen kann...denn schlussendlich ist der Google-Weg der richtige (wenn es natürlich auch immer Alternativen geben sollte), nur bis sich die Vorteile soweit rumgesprochen haben wie beim Chrome-Browser (der auch erst Jahre in Deutschland vor sich hin dümpelte), dürfte es noch eine ganze Weile dauern....
Nachtrag: Google hat die Problematik anscheinend selbst auch schon erkannt und einen erklärenden TV-Spot zu Google+ produziert (leider noch nicht öffentlich), der zumindest meine Punkte 1 + 2 anspricht. +1! ;-)
Nach anfänglicher Euphorie mehrt sich immer mehr die Ernüchterung, was die Nutzung von Google+, des "Facebook-Killer", angeht. Nur weil Millionen Menschen täglich auf Google-Seiten surfen und arbeiten heisst nunmal nicht gleich, dass diese sich sofort auf jedes neue Angebot stürzen. Die Reaktanz der Mehrheit in einem Netz, wo es schon alles gibt, Neues auszuprobieren, trifft das Start-Up genau so wie den Internet-Konzern. Und selbst die, die alles mögliche aus beruflicher oder privater Neugier im Netz ausprobieren, werden im Falle von Google+ feststellen, dass die bereits aufgebauten sozialen Netzwerke einen daran hindern, die neuen Möglichkeiten vollends auszunutzen. Denn genau betrachtet ist Google+ ein starkes Angebot, dass das "Online-Leben" viel einfacher gestalten würde - wenn alle Google+ in vollem Umfang nutzen würden. Im Gegensatz zum Schnellschuß/Rohrkrepierer "Buzz" ist Google+ kein "me too"-Produkt, sondern will bisher verteilte Angebote unter einen Hut bringen und das ist wirklich ein vernünftiger Ansatz.
Was ist an Google+ besser?
1. Die Kreise. Leider kein besonders intuitives Konzept, es sei denn, man setzt sich damit intensiv auseinander. Man muss unterscheiden in "posten" und "verfolgen". Beim Posten ist es wie mit Twitter und Facebook - nur dass man entscheiden kann, welche "Gruppe" (=Kreis) den Inhalt bekommen soll. Das macht sehr viel Sinn, wenn man z. B. international vernetzt ist und z. B. amerikanischen Kollegen keine deutschen Posts zumuten will, aber genau so wenig die deutschen Kollegen immer auf englisch ansprechen. Oder wenn man Familie, Freund und Kollegen unterschiedlich informieren möchte. Und genau so sieht es beim "Verfolgen" aus, man organisiert die Quellen in Gruppen, um die Datenflut zu bändigen. Es empfiehlt sich, mindestens 3 "Streams" (=Kreise) zu erstellen: private Kontakte (wie in Facebook), Meinungsführer (wie in Twitter) und Angebote (wie im RSS-Reader) - dazu gesellen sich dann noch Interessengruppen und sogar newsletter-ähnliche Angebote. Es gibt sogar bereits Tools, mit denen man direkt seine Google+-Posts in einem Blog veröffentlichen kann. Mit der Kreise-Technik kann man dabei auch immer post-spezifisch entscheiden, ob das "blog-würdig" ist oder nicht.
Ersetzt: Facebook, Twitter, Tumblr, RSS-Reader
2. Die Hangouts. So einfach waren Video-Chats noch nie - und die Funktion, nicht nur 1:1-Konversationen, sondern Konferenz-Calls im Browser spontan zu starten - egal auf welchen Systemen die Teilnehmer unterwegs sind, ist bahnbrechend.
Ersetzt: proprietäre Video-Conferencing Tools
3. Gmail "+". Neben der klassischen E-Mail-Anwendung (plus Organizer!) kann man seine Kontakte per Text-Chat, Telefon- oder Video-Anruf kontaktieren...und zwar egal, ob der Gegenüber am Desktop, Netbook oder einem Android-basierten Gerät sitzt. Man kann einen Chat am Android-Phone beginnen, am Chromebook fortsetzen und am Spiele (=Windows)-PC beenden. Und sobald man Gmail öffnet, bekommt man mit, wer sich wie auf welchem Kanal versucht hat, zu melden (ich warte noch auf ein Google-Gerät, um die Briefpost automatisch abzuscannen und in Gmail abzulegen).
Ersetzt: Skype, ICQ, MSN etc.
4. Suche "+". Durch das "+1", mit dem der Benutzer seine Verbindung zu allem möglichen im Netz (Seiten, Bilder, Blogbeiträge, Videos etc.) kundtut, hat Google nun eine Datenbasis für persönliche Vorlieben, die weiter über die Such-Historie hinausgeht. Natürlich ist diese "Datensammelwut" der "Datenkrake" nicht jedem geheuer, aber im Gegensatz zu Facebook hat der Nutzer davon einen großen Vorteil: bessere Suchergebnisse (auch wenn diese Optimierungen noch im Anfangsstadium sind). So werden zum Beispiel in der Produktsuche wohl bald die Anbieter am Anfang stehen, denen der Google+-Nutzer "+1" gegeben hat. Wer AMD "+1" gegeben hat, wird bei der Suche nach "Grafikkarte" erstmal AMD-bezogene Ergebnisse bekommen. Das alles zu verknüpfen und richtig zu gewichten wird natürlich dauern und auch ungewollte Ergebnisse produzieren (man denke an die berühmt-berüchtigten Produktempfehlungen von Amazon). Und auch hier kann man kritisieren, dass eine Suche, die sich nur nach persönlichen Vorlieben orientiert, vielleicht zu "gefällige" Ergebnisse bringt, aber es liegt nun mal an jedem selbst, in seinem Suchverhalten aktiv über den Tellerrand hinauszuschauen - Google will keine Horizonte öffnen, sondern den Benutzer möglichst schnell zu einem für ihn sinnvollen Ergebnis bringen.
Ersetzt: klassische Websuche, Preisvergleichssuchmaschinen
Und dazu sind diese Killer-Anwendungen noch nahtlos miteinander verbunden (und auch mit den anderen Google-Diensten) und komplett browserbasiert (da lacht das Herz des Chromebook-Users!) - was will man mehr? Ganz klar, die Verbindung zu den bisherigen Platzhirschen Facebook und Twitter - so lange man dort sich besser informiert fühlt, ist Google+ nur ein Klotz am Bein und dem durchschnittlichen User auch beim besten Willen nicht schönzureden. Da sieht man denselben Effekt wie beim "Office": so lange fast alle Firmen klaglos MS-Office bei allen ihren Mitarbeitern installieren, werden nur wenige Libre/Open Office oder sogar Google Text&Tabellen ausprobieren. Nur gut, dass Google dank seiner sprudelnden Werbe-Einnahmen einen langen Atem beweisen kann...denn schlussendlich ist der Google-Weg der richtige (wenn es natürlich auch immer Alternativen geben sollte), nur bis sich die Vorteile soweit rumgesprochen haben wie beim Chrome-Browser (der auch erst Jahre in Deutschland vor sich hin dümpelte), dürfte es noch eine ganze Weile dauern....
Nachtrag: Google hat die Problematik anscheinend selbst auch schon erkannt und einen erklärenden TV-Spot zu Google+ produziert (leider noch nicht öffentlich), der zumindest meine Punkte 1 + 2 anspricht. +1! ;-)
Dienstag, 21. Februar 2012
Musik kaufen mit dem Chromebook
Nachdem ja schon das Thema "Musik-Flatrate" erfolgreich abgehandelt wurde (wenn natürlich wie üblich als Benutzer eines Web-Only-Betriebssystems die Auswahl an Anbietern sehr eingeschränkt ist) soll es diesmal noch schwieriger werden: kann man mit Chrome OS auch Musik kaufen, runterladen und auf USB-Sticks etc. kopieren? Da die meisten Anbieter (Amazon, iTunes, musicload.de) mit einer proprietären Software arbeiten, fallen die schon mal flach. Andere wie Google Music sind noch nicht in Deutschland verfügbar und derzeit nur mittels VPN-Tricks (die das Chromebook auch noch nicht ausreichend beherrscht) verwendbar. So stellt es sich heraus, dass ein recht unvermuteter Kandidat für den Chromebook-User in Deutschland erste Wahl ist: Saturn.de. In deren Musik-Online-Shop gibt es MP3s ohne Gängelung in guter Qualität und vor allem - einfach zum Downloaden. Das Sortiment kann mit den "Großen" nicht ganz mithalten, deckt aber schon einen weiten Bereich auf und neben dem Mainstream ab. Beim Checkout gibt es allerdings einige Stolperfallen: so wird einem einmal angeboten, die MP3s einzeln herunterzuladen, was zwar mühselig ist, aber funktioniert. Die Variante "Album als Zip-Datei" herunterladen ist zwar komfortabler, nötigt aber den Chrome OS-User dazu, die Zip-Datei dann nochmal ins Netz zu einem Entpack-Service (z. B. wobzip.org oder www.unziponline.net) und dann wieder entpackt zurück auf die SSD zu laden. Abgesehen von dem sehr ineffizienten Gebrauch von Netzressourcen (und der Dauer bei ADSL, wo der Upload einer großen ZIP-Datei ziemlich zähl werden kann) gilt es hier zu beachten, dass kein mir bekannter Unzip-Service im Web Dateien von mehr als 100 MB akzeptiert. Falls also die Datei größer als dieser Grenzwert ist, steckt der Chromebook-User in einer Sackgasse, aus der er ohne Hilfe eines fremden Rechners/Betriebssystems nicht wieder hinauskommt. Bleibt also das Fazit: auch mit dem Chromebook kann man Musik im Internet kaufen, ist aber auf Saturn.de angewiesen und sollte den umständlichen Weg des Einzel-Downloads gehen, um nicht in das "Zip-Dilemma" zu gelangen, was am Ende noch zeitaufwändiger ist und im schlimmsten Fall sogar dazu führt, dass man auf fremde Hilfe beim Entpacken angewiesen ist. Lässt sich nur hoffen, dass mit Google Music auch die Chromebook-Nutzer in Deutschland bald mit einem alltagstauglichen MP3-Shop bedient werden...
Montag, 28. November 2011
Medienwiedergabe mit Chrome OS
Der Medienplayer des Chromebook ist am schmeichelsten mit "No frills" zu beschreiben: Vollbild an/aus, Lautstärke - das war es schon an Einstellmöglichkeiten. Aber das folgend halt dem Prinzip von Chrome OS "nur das nötigste offline, alles wichtige online". Und Mediendateien sind halt aus der Sicht nur "Dinger, die von Webseiten manchmal abgespielt werden wollen". Aber wir wollen nicht zu kritisch sein, schliesslich unterstützt der Medienplayer inzwischen bereits die 3 wichtigsten nicht-Apple-oder-Microsoft Formate mp3, ogg und flac nativ. Bei den Videoformaten wird es da schon spezieller: am liebsten das google-einverleibte WebM sollte es sein, wenn man sich schon Video-Dateien zu Gemüte führen will - und als zweite Wahl mp4, wobei hier über Sieg und Niederlage entscheidet, welcher Codec da in welcher Form verbacken wurde. Alles andere kann man sich gleich abschminken. WebM tritt nur selten in der Netz-Natur auf und ist dort zumeist sehr scheu. Abhilfe schaffen da Konvertierungstools, für Windows bietet sich z. B. XMedia Recode an, das eine breite Auswahl an Formaten in WebM konvertiert. Man sollte nur darauf achten, dass die voreingestellte Video-Bitrate sehr gering ist, was zwar einen kompletten Film auf unter 500 MB schrumpfen lässt, der aber auch dann optisch eher an eine Video-CD erinnert. Dabei ist das Chromebook durchaus in der Lage, auch höher aufgelöste Videos (nur natürlich kein Full HD) flüssig und störungsfrei abzuspielen. Natürlich stellt sich für den Chromebook-Fan die Frage "Ist es nicht eigentlich gegen die Chromebook-Philosophie, gespeicherte Dateien auf USB-Sticks und SD-Karten abzuspielen, sollte das nicht alles eh schon online sein?". Klare Antwort: Jein. Natürlich wäre es schöner, wenn man seine komplette Musik- und Filmbibliothek online jederzeit überall anzapfen könnte - und z. T. gibt es ja auch schon angebote, die dieses zumindest teilweise möglich machen. Aber die Netzzugangs-Realität gerade bei einem so mobilen Gerät wie dem Chromebook sieht nunmal so aus, dass in Zeiten kastrierter Mobil-Flatrates und UMTS-Abdeckungslöcher es noch nicht umsetzbar ist, Filme und Musik in hoher Qualität permanent zu streamen. Und zu Hause im wohligen WLAN ist es halt eher unwahrscheinlich, dass man gerade das Chromebook zum Mediencenter erwählt. Daher ein klares Ja zum Medienplayer und der Möglichkeit, per USB oder SD damit ein kleines mobiles Entertainmentgerät zur Hand zu haben (was vor allem natürlich bei Videos jedem Smartphone & Co. haushoch überlegen ist). Natürlich könnten es noch ein paar mehr nativ unterstütze Abspielformate sein und besonders praktisch wäre es, von einem angeschlossenen Laufwerk direkt DVDs abzuspielen zu können - aber was bisher schon vorhanden ist, reicht auf alle Fälle für den Anfang und funktioniert "out of the box". Und von Google kann man eigentlich schon erwarten, dass auch auf diesem Gebiet bei Chrome OS noch was passieren wird.....
Sonntag, 27. November 2011
Ich kenn' da eine Abkürzung....
Nicht nur die hervorragende Tastatur (mit speziellen und sehr nützlichen "Browsing"-bezogenen Tasten) ist eines der hervorstechenden Merkmale des Chromebook, sondern die (zumeist auch schon aus dem Browser Chrome) bekannten Tasten-Kürzel - hier überholt der Chromebook-User lässig die wild herumfuchtelnde Pad-Benutzer. Und daraus ergibt sich dann auch eine "neue Welt", nämlich die Multi-Desktop-Oberfläche. Denn während man wie gewohnt mit Strg-T ein neues Tab öffnet, kann mit mit Strg-W gleich ein neues Fenster öffnen und darin wieder neue Tabs und lässig mit Alt-Tab und Strg-Tab hin- und herschalten - klasse. Noch direkter geht es mit Strg+1...9 für Tabs und Alt+1...9 für Fenster - allerdings muss man dann schon schnell erfassen, ob das zu öffnende Tab/Fenster jetzt Nummer 6 oder 7 in der Reihe ist; dann wird alles aber noch einmal ein gutes Stück schneller. Auch sehr praktisch ist beim Klick auf ein Link Strg gedrückt zu halten, um das Link im Hintergrund in einem neuen Tab zu öffnen. Das geht auch mit Drag&Drop (auf der Tab-Leiste), oder in ein bereits offenes Tab eine neue URL einzugeben und dann mit Alt+Enter in einem neuen Tab zu öffnen. Dazu kommt noch das für Chrome OS wichtige Strg-O, mit dem man Dateien öffnen kann.
Und wie findet man das alles raus? Ganz einfach...entweder Strg+Alt+Shift+? oder hier (um es sich z. B. auszudrucken). Zwei Daumen hoch für die Chrome-OS "Tasten-Turbos"!
Und wie findet man das alles raus? Ganz einfach...entweder Strg+Alt+Shift+? oder hier (um es sich z. B. auszudrucken). Zwei Daumen hoch für die Chrome-OS "Tasten-Turbos"!
Webcam-Videos für Youtube
...denn bei Youtube (auch ein Google-Dienst) stellt sich das System selbst ein Bein. Eigentlich klingt es ganz simpel: das Chromebook hat Webcam und Mikrofon (was bei Google Talk auch problemlos funktioniert), Youtube hat die Funktion "Video hochladen mit Webcam". Da sollte es doch ohne Probleme möglich sein vom Chromebook direkt zu Youtube...Pustekuchen! Das Bild bleibt dunkel, "keine Webcam gefunden". Wie gut, dass einige sich schon intensiver mit dem System befasst haben und es inzwischen eine Lösung gibt: Man deaktiviert den ersten Flash-Eintrag in about:plugins (der mit "pepper") und startet das System neu. Beim neu aufrufen des Video-hochladen Dialogs von Youtube erscheint ein (ziemlich winziger) Dialog des Flash-Plugins, wo man alles aktiviert. Ergebnis: Klappt wunderbar, man kann Videos per Webcam aufnehmen, die direkt in Youtube abgelegt werden. Warum nicht gleich so?
Alles auf Google
...jetzt! Ich glaube noch nie hatte ich einen Computer so schnell "arbeitsbereit" wie das Chromebook. Anschalten, WLAN-Passwort eingeben, bei Google anmelden, fertig. Natürlich ist es nur ein "nackter" Chrome-Browser, den man vor sich hat, doch wer bereits den Chrome-App-Store auf seinem "anderen" Rechner ausprobiert hat, kann schon in ein paar Minuten mit vielen brauchbaren Programmen loslegen. Ersterer Anlaufpunkt ist natürlich die "Office-Suite" mit Google Mail, Calendar & Docs. Und hier zeigt sich, welchen Vorteil Google aus dem Chromebook zieht: aufgrund des systemeigenen "Google Logins" ist man auf allen Google-Seiten immer direkt eingeloggt. Natürlich kann man das mit "Passwort speichern" auf auf andere Seiten ausweiten - aber so "smooth" und direkt funktioniert das nur mit Google-Angeboten, wo man immer eingeloggt ist, egal welche Einstiegsseite man benutzt. Also schaut man immer zuerst "was Google hat" und erst dann, was die Konkurrenz so bietet....das kann allerdings wiederum zum Problem werden, wenn man mit mehreren Google-Accounts hantiert - dann sollte man wohl eher für jeden dieser Accounts einen eigenen Login für das Chromebook erstellen, denn innerhalb eines Accounts mehrfach bei Google-Diensten aus- und einzuloggen, verwirrt das System doch zunehmend und macht die Chrome OS-Vorteile wieder zunichte. Doch nicht mit allen Google-Produkte läuft alles rund...
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